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Unter Grönlands Eisschicht wurden gigantische Strukturen entdeckt

Unter Grönlands Eisschicht wurden gigantische Strukturen entdeckt

Dank der Anomalie des Wassers ist das Leben auf der Erde erst möglich. Welche enorme Kraft das Wasser außerdem entfalten kann, haben Wissenschaftler in den Tiefen des Eises in Grönland in einem neuen Phänomen entdeckt: Gigantische Bauten und Strukturen, hoch wie Wolkenkratzer, aus gefrorenem, aber „anderem“ Eis liegen dort unter dem Eis, nicht Felsen, wie früher angenommen wurde. Bereits kurz nach der Veröffentlichung dieser Entdeckung kam es zu wilden Spekulationen, was sich dort verbirgt.

Offenbar sind diese riesigen Strukturen entstanden, weil Wasser unter 0 Grad nicht gefriert, wenn der Druck ausreichend groß ist – was hier, kilometertief unter dem Eis, wahrscheinlich der Fall ist. Es wird aber angenommen, dass es tief im Eis auch flüssiges Wasser gibt, welches eine Temperatur unter 0 Grad hat. Dass Wasser unter solchen Voraussetzungen schnell gefriert, wenn der Druck rapide nachlässt, also bei der Bewegung großer Eismassen Risse bis tief unter die Oberfläche entstehen und dabei der Druck abfällt, ist ein Teil der Erklärung für die gigantischen Monumente und Strukturen, die entdeckt wurden. Der dadurch entstehende Druckabfall führt aber auch zu einer Ausbreitung des 0 Grad kalten Wassers, das die neugewonnenen Räume nutzt und sofort gefriert. Dies ist derzeit die wahrscheinlichste Annahme der gigantischen Monumente, die entdeckt wurden. Bisher gibt es nur Fotos dieser Strukturen, die mit speziellen Radaranlagen aufgenommen wurden. Diese können die unterschiedlichen Arten von Eis der sich übereinander befindlichen Eisschichten festhalten. Je tiefer die Schicht, desto höher ist der Druck und desto älter ist das Eis.

Die Veröffentlichung dieser Erkenntnisse sorgte für weltweites Aufsehen, was auch weniger wissenschaftliche Theorien beflügelte. So wurden diese Strukturen auch als Skulpturen bezeichnet, die jemand oder etwas bewusst angefertigt habe. Warnungen, man solle nicht alles zu Tage fördern, was tief im Eis verborgen ist, sorgten für einen weiteren Gruseleffekt. Für Schlagzeilen war damit gesorgt, aber außer Stoff für weitere Hollywood-Filme über mysteriöse Schrecken im Eis ist an dieser Theorie nichts dran.

Dieses Phänomen gibt es nämlich nicht nur in Grönland. Auch in der Antarktis gibt es diese einzigartigen Gebilde, dort aber eher in der Mitte, während sie in Grönland eher am Rand der Eismassen auftauchen. Dutzende dieser Wolkenkratzer aus Eis wurden an der nordwestlichen Küste Grönlands gefunden – so selten scheinen die Phänomene dann doch nicht zu sein. Die Forscher schätzen, dass etwa zehn Prozent des nördlichen Grönlands mit den bis zu 1.100 Meter dicken Bauten durchzogen sind. Interessant wäre es für die Forscher, diese Strukturen zu analysieren und zu sehen, was darin konserviert ist. Es wäre praktisch eine Zeitreise in eine längst vergangene Zeit unserer Erde.

Die Wissenschaftler hoffen, durch die Entdeckung mehr über Wasser und die Verformungen von Eis herauszubekommen. Was sie bisher vermuten, ist eine Temperaturveränderung in den unterirdischen Strukturen: Das schnelle Gefrieren setze als chemischer Prozess im inneren des Eises Energie frei. Diese Energie erzeuge Wärme und erhöhe die Temperaturen in der oberen Eisschicht. Einen Beweis hierfür konnten sie allerdings noch nicht erbringen. Allerdings scheint die Eisdecke rund um die Gebilde zu schmelzen, wodurch kleine Bäche und Flüsse entstehen.

Bislang gibt es lediglich die Behauptung, dass um die Strukturen herum die Eisdecke eher schmilzt und dadurch kleine Bäche kreiert. Diese laufen Hunderte von Kilometern ins Landesinnere und erhöhen die Geschwindigkeit des darin fließenden Wassers in Richtung der Mitte von Grönland. Die Forscher werden auf Jahre mit den neu entdeckten gigantischen Strukturen beschäftigt sein, um aus dem Phänomen wissenschaftliche Schlüsse ziehen zu können und das Ganze zu verstehen. Wasser war schon immer für die Menschheit ein Mysterium, und selbst heute noch scheint das Wasser mehr Geheimnisse zu wahren, als die Menschheit ihm bisher entreißen konnte.

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