Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 
Wie funktioniert die Umkehrosmose?

Wasser ist eine wesentliche Voraussetzung für das Leben. Mit jedem Schluck davon geben wir unserem Organismus die dafür tägliche Grundlage. Gerade weil Wasser den Körper bis in die letzte Zelle durchdringt, verunsichert die Vorstellung, dass mit ihm auch unerwünschte Inhaltsstoffe oder Informationen aufgenommen werden, die den Körper belasten. Niemand kann die vielen Berichte ignorieren, in denen sich renommierte Wissenschaftler über die auf der einen Seite erreichte und zweifelsfrei vorhandene Qualität des Trinkwassers, auf der anderen Seite aber auch über die durch die zunehmende Verschmutzung bedingten, stetig steigenden Anforderungen an die Trinkwasserqualität äußern.

In der Tat hat die Trinkwasseraufbereitungstechnik in Deutschland heute einen hohen Stand erreicht. Doch reicht dies aus?

Vermutlich wird es nie den Punkt geben können, dass in der Trinkwasseraufbereitung nicht noch Etliches besser zu machen wäre. Wie in vielen Bereichen ist auch bei der Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser der weitere Weg das Ziel: Für die Reinheit des Wassers kann von jedem Entwicklungsstand der Säuberung aus immer noch ein bisschen mehr getan werden. Denn Wasser, das aus heutiger Sicht „sauber“ das Wasserwerk verlässt, führt dennoch Inhaltsstoffe mit sich, die nicht aufgeführt sind, weil noch nicht untersucht wurden. Somit ist die Beurteilung von sauberem Wasser zugleich auch stets eine Beurteilung der Liste der zu überwachenden Inhaltsstoffe aus dem aktuellen Blickpunkt heraus. Und diese Liste – das haben die nur im Ansatz aufgeführten Überlegungen des letzten Kapitels gezeigt – kann aus heutiger Sicht noch nicht ausreichend sein. Vor allem nicht unter dem Gesichtspunkt, dass die Auswirkungen etlicher Substanzen und ihrer möglichen Verbindungen untereinander noch lange nicht bewertet werden konnten.

Zum Glück bestehen Möglichkeiten für den, der noch mehr möchte als das, was zumindest in Deutschland – im weltweiten Vergleich betrachtet – auf recht hohem Niveau zugesichert wird. Denn es gibt Möglichkeiten, das Wasser noch reiner zu machen an dem Ort, wo es aus der Verantwortung des Wasserwerks entlassen wird: zuhause. Es ist eine Entscheidung, die durchaus vergleichbar ist mit den vielen anderen täglich gefällten Entscheidungen für Bio-Gemüse, Bio-Diesel und ökonomisch neue Energiearten, um nur einige Beispiele zu nennen. Jeder Konsument hat die Wahl, das Trinkwasser auf dem Niveau der durch die Trinkwasserverordnung gesicherten Untersuchungen zu genießen – oder Wasser aus Flaschen zu trinken – oder Wasser noch eine Stufe weiter zu veredeln, um zum einen das Wasser noch etwas besser gereinigt und zum anderen die Umwelt durch Flaschentransporte nicht unnötig belastet zu haben.

Vergleich der Wasseraufbereitungsmöglichkeiten

Filtrations tabelle

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Wasser im Haushalt noch weiter aufzubereiten. Diese sind bereits vielfältig in Büchern und anderen Publikationen beschrieben worden.

Nur Wasser, das von allen Stoffen weitestgehend gereinigt wurde, ist sauberes Wasser. Wie aus der Grafik zu entnehmen ist, kann im Grunde nur die Technik der Umkehrosmose in Kombination mit verschiedenen Methoden den größtmöglichen Effekt erzielen, am Wasserhahn nahezu sauberes Wasser zu erhalten:

Stufe 1: Sedimentfilter
Sedimentfilter dienen der Beseitigung grober Schwebestoffe, die oft durch mechanische Verunreinigung entstanden sind. Hierzu gehören Sand, Schlamm, Rost und Schmutzpartikel. Diese groben Partikel strapazieren alle weiteren Filterstufen. Sedimentfilter sind daher ideale Vorfilter.

Stufe 2: Aktivkohlefilter
Aktivkohlefilter beseitigen Schadstoffe wie Staub, Schwermetalle und einige organische Substanzen, aber auch Geruchs- und Geschmacksstoffe. Dabei reichern sich im Laufe der Nutzungsdauer des Aktivgranulats die anflutenden Schadstoffe im Filter an. In entsprechenden Zeitabständen muss daher ein Austausch stattfinden. Aktivkohlefilter stellen eine weitere Stufe der Wasserreinigung dar.

Die beiden beschriebenen Filterstufen haben nun bereits zahlreiche unerwünschte Bestandteile aus dem Wasser herausgefiltert. Allerdings stoßen diese Verfahren an Grenzen und diese betreffen genau jene Inhaltsstoffe des Leitungswassers, die uns aktuell und mehr noch in der Zukunft Probleme bereiten werden. Hierzu zählen zahlreiche Arzneistoffe, Hormone, chemische Verbindungen aus Industrieabwässern, Pestizide, Keime und kleinzellige Organismen, um nur einige zu nennen. Hier setzt die eigentliche Herausforderung an die Reinigung des Wassers an.

Stufe 3: Umkehrosmose
Osmose ist ein natürlicher Vorgang, dem Wasser folgt. Dies wird besonders dann „sichtbar“, wenn eine semipermeable Membran die Trennung zwischen zwei Flüssigkeitsräumen darstellt. Wasser strömt so lange durch die Membran, bis in jedem Flüssigkeitsraum ein Konzentrationsausgleich hergestellt ist. Dabei kann es zu einer ungleichen Wassermenge auf beiden Seiten der Membran kommen. Diese Technik der Osmose erweist sich nicht nur für den Körper als ideal, sondern findet ebenfalls in der Wasseraufbereitung ihren Einsatz. Denn die Strömungsrichtung des Wassers lässt sich durch Hinzunahme von ausreichend Druck beeinflussen, um nicht den Effekt der Verdünnung und des Ausgleichs zu erzielen sondern den Effekt der nahezu restlosen Trennung von belastenden Inhaltsstoffen. Druck ist also in der Lage, die Osmose umzukehren! Das bedeutet, eine salzhaltige Lösung wird auf die Membran gepresst, die jedoch nur für Wassermoleküle permeabel ist. Während also die nicht durchgängigen Teilchen zurückgehalten werden und in der Regel über den Abfluss aus dem System herausgespült werden, sammelt sich jenseits der Membran nahezu komplett sauberes Wasser. Um diese Technik im Haushalt anzuwenden, reicht in der Regel sogar der übliche Wasserdruck der Hausleitungen aus. Kernstück jeder Membranfilteranlage ist eine mehrlagige Membran, die aus organischen Polymerwerkstoffen besteht. Die Poren in dieser Spezialmembran sind so winzig (in der Größenordnung eines millionstel Millimeters), dass allein Wassermoleküle hindurchpassen. Was die Natur vorbildlich seit Jahrmillionen umsetzt, wurde durch Lasertechnik möglich.

Umkehrosmose PrinzipUmkehrosmose Vergleich



  • Pinterest