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Wasser Wissen Kapitel2.2.4
2.2.4 Die Bedeutung des Wassers als Mineralstoffquelle
Es gibt viele Wasserkonsumenten in Europa und einigen anderen Ländern, die glauben, dass natürliche Mineralwässer medizinische Eigenschaften und andere gesundheitsrelevante Wirkungen haben.
In Europa haben Wässer mit hohem Mineralstoffgehalt eine lange Tradition. Die WHO (World Health Organisation = Weltgesundheitsbehörde) hat hierzu eine geteilte Meinung und weist in ihren Guidlines for Drinking Water explizit darauf hin: Zwar akzeptiere sie, dass einige Wässer Mineralstoffe beinhalten, die auch für die Ernährung sinnvoll sind, sie verweist allerdings darauf, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die postulierten positiven Effekte derartiger Wässer gäbe. Des Weiteren weist die Weltgesundheitsorganisation darauf hin, dass bei der Verwendung von Trinkwasser – auch solchen mit einem extrem geringen Gehalt von Mineralstoffen – in vielen Ländern der Welt keine ungünstigen Auswirkungen auf die Gesundheit bekannt geworden wären.
Die Versorgungssituation mit Mineralstoffen in Deutschland über die Nahrung ist ausreichend. Eine durchschnittliche, Abwechselungsreiche und energieadäquate Mischkost liefert die wichtigen Nährstoffe – mit Ausnahme von Jod – in ausreichenden Mengen.
Calcium: Im Körper eines Erwachsenen befinden sich – je nach Skelettbau – 750 bis 1.300 Gramm Calcium. Mehr als 95,5 Prozent davon sind in Knochen und Zähnen eingebaut. Doch Calcium ist nicht nur Bausubstanz für Hartgewebe sondern erfüllt weitere wichtige Funktionen: Stabilisierung von Zellmembranen, Übermittlung von Signalen im Zellinneren sowie der Reizübertragung im Nervensystem, der Muskelfunktion und der Blutgerinnung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den täglichen Bedarf auf 1.000 Milligramm festgelegt. Frühere Werte lagen darunter, jedoch die veränderte Lebensweise mit der gestiegenen Inaktivität und fehlendem Aufenthalt im Freien erhöhen den täglichen Bedarf. Calcium wird bei unzureichender Aktivierung von Vitamin D (wird über den Einfluss von Sonnenlicht auf die Haut aktiviert) weniger gut in den Knochen aufgenommen. Eine erhöhte Calciumzufuhr kann zu Nebenwirkungen führen.
Wichtigste Calciumlieferanten: Käse, Milch, Milchprodukte und Gemüse.
Magnesium: Von den etwa 25 Gramm Magnesium im Körper sind 60 Prozent im Skelett und 30 Prozent in der Muskulatur zu finden. Wichtige Aufgaben sind in der Aktivierung von Enzymen (besonders im Energiestoffwechsel) und in der Synthese von Nukleinsäuren zu finden. Ferner spielt es eine Rolle bei der Reizübertragung der Nerven und der Muskelkontraktion. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat einen Tagesbedarf von 300 – 400 Milligramm festgelegt. Eine überhöhte Zufuhr kann zu Durchfällen und zur Beeinträchtigung des Zentralen Nervensystems (ZNS) führen.
Wichtigste Magnesiumlieferanten: Vollkornprodukte, Bananen und Gemüse.
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